Joachim Breitner

Personalisierte Tip-Toi-Datei als Geschenk

Published 2014-02-10 in sections Digital World, Tiptoi, Deutsch.

Mein Neffe, gerade frisch 5 Jahre alt geworden, ist ein großer Fan der Ravensburger Tip-Toi-Bücher, und ich glaube er hat inzwischen alle für sein Alter geeignete. Wer das Konzept nicht kennt: Man kauft im Spielwarenladen (z.B. die gut sortierte Spielepyramide in Karlsruhe) recht teure Erklärbücher mit vielen Bildern und wenig Text, und dazu braucht man noch so einen dicken Stift. MIt dem kann man auf die Bildchen im Buch zeigen, und dann erzählt einem der Stift etwas. Im Stift ist ein kleiner Micro-Controller, das heißt er kann auch ein bisschen Logik – etwa: Finde alle Mäuse auf der Seite, dann sagt er einem sowas wie „Gut gemacht“ oder „Die Maus hast du schon“ oder „Das ist doch keine Maus!“. Das Video auf ravensburger.de erklärt das auch nochmal.

Zu jedem Buch gibt es auf ravensburger.de die entsprechende Datei zum Herunterladen und per USB auf den Stift kopieren. Und wer Computer-Freaks kennt weiß was jetzt passiert: Die Datei wird natürlich einmal im Hex-Editor aufgemacht...

Und nach vielen Stunden Hex-Dateien anschauen haben ein paar Leute, die sich nach und nach bei mir gemeldet haben und mitmachen wollten, und ich es letztendlich geschafft, das Dateiformat zu verstehen: Wir können die vorhandenen Dateien dekodieren und die enthaltenen Audio-Dateien als auch die zugehörige Logik, also was wann wie abgespielt wird, auslesen. Und es geht auch andersrum: Aus eigenen Audio-Aufnahmen komplett eigene GME-Dateien erstellen!

Und so gab es für meinen Neffen zum Geburtstag eine Spezial-Edition des Weltatlas-Buches, wo ich zu einigen Sachen auf den ersten beiden Seiten ihm etwas erzählt hab, mal was mir zu dem Land eingefallen ist, mal was den Ort mit unserer Familie verbindet, oder einfach nur die Geräusche eines Lastschiffes oder eines Löwen nachgemacht. Insgesamt 60 Aufnahmen, und trotzdem nur einen kleinen Teil des Buches abgedeckt – kein Wunder sind die so teuer. Beim Geburtstag kam das dann wohl gut an, wurde mir berichtet, wobei ich nicht einschätzen kann ob es nicht die anwesenden Erwachsenen (die ja eher erwarten dass sowas eigentlich nicht geht) mehr beeindruckt hat als das Geburtstagskind selbst.

Der nächste Schritt wäre jetzt, auch eigene Bücher (oder zumindest Bilder) zu erstellen. Theoretisch wären wir soweit, die optischen Codes sind verstanden, nur braucht man wohl einen etwas besseren Drucker als die die man üblicherweise zu Hause hat. Und ich selbst kanns nicht probieren, weil mir die Hardware fehlt; meine bisherigen Experimente musste ich immer durch andere testen lassen.

Du willst auch so eine GME-Datei für deine Verwandschaft erstellen? Sehr schön! Ich habe eine Anleitung (in Englisch) geschrieben; wenn dabei Probleme auftauchen, einfach nachfragen. Und wenn nicht, würde mich trotzdem sehr interessieren, was du draus gemacht hast und wie es angekommen ist.

Es gibt noch mehr zu tun, z.B. die Logik für die Spiele (also das was mit via dem Würfel unten rechts startet) dekodieren. Mithelfer sind sehr willkommen!

Comments

Ziemlich cool! :-)
Gibts das auch für Mathebücher? Oder Übungsblätter? /*g/*
#1 Keke am 2014-02-18
Wie gesagt, noch klappt das mit dem selber Drucken nicht so. Aber wenn das klappt – klar, warum nicht :-)
#2 Joachim Breitner (Homepage) am 2014-02-18
Hallo,
richtig cool! :) Vielen Dank!

Da ist ein kapputer Link zu den optischen Codes. Ich schätze er sollte hierhin gehen:
https://github.com/entropia/tip-toi-reveng/blob/master/oid-decoder.html
#3 Guido Arnold (Homepage) am 2014-05-13
Hmm, bei mir tut der Link. Dein Link gehthalt zum HTML-Quelltext, was nicht so ganz benutzerfreundlich ist. Vielleicht wars nur ein temporäres Problem.
#4 Joachim Breitner (Homepage) am 2014-05-13
Hallo, was braucht man denn für einen Drucker?
#5 Maik am 2014-06-07
Ist mir auch nicht ganz klar, habs selber nicht probiert. Frag doch nochmal auf http://www.mikrocontroller.net/topic/214479 wo die Leute sind die damit rumgespielt haben.
#6 Joachim Breitner (Homepage) am 2014-06-07

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