Swirly Mein Kopf

Saturday, September 19. 2009

Nicht-Fehler in „Inglorious Basterds“

Filmkritik

Es gibt viele Webseiten, die penibel jede Kleinigkeit festhalten, die in einem Kinofilm falsch gemacht wird. Ich will zur Abwechslung mal eine Kleinigkeit erwähnen, die richtig gemacht wurde, und die vielleicht nicht jedem aufgefallen ist:

In Tarantinos jüngstem Film „Inglorious Basterds“ gibt es eine Szene, in der Hans Landa in etwa sagt: „Out of a million times, 999-point-999 times, you are right.“ Das ist erst einmal falsches Englisch, man würde hier als Tausender-Trenner ein Komma erwarten. Aber Landa ist ja Deutscher, Deutsche verwenden den Tausenderpunkt, und in sofern zeugt dieser Fehler in Landas Englisch von einer begrüßenswerten Akribie auf Seiten der Drehbuchschreiber.

(Die IMDB weiß das natürlich auch schon...)

Friday, December 1. 2006

Personal Videocast Charts

Digital World

I don’t have a TV here in Ghana (and I don’t miss it at all), but some audio-visual content consumption from time to time is nice. Therefore, I started to subscribe to various Videocasts, using the comfortable Democracy Player. Here are my “regulars”, also see my list of German podcasts.

Brickfilms

Some like lego. Some like stop motion animation. I like both. Therefore, I am a big fan of lego movies, and the brickfilms bodcast delivers the best ones directly to me. Unfortunately, does not get posted to very often.

Olde English

My sense of humer is not every one else’s. Therefore, I guess not everyone will enjoy the sketches of the Olde English comedy group. I could try to list some of my favorites episodes, like “One picture every day”, but discover that for yourself.

BSOD

Interesting, highly technical hour-long videocast covering interesting topics such as how the telefone system works (and what funny things you can do with it), bulding a infra-red remote control gun that will control your (or anyone’s) TV from quite a distance and similar topics. It could cover a bit more software topics, and less Windows based things and personally, I think the “Bastard Sons of Dial-Up” put slightly too much emphasize on “bad” language and underground-activists-like appearance. But that might be genuine, and the content is of good quality, so it is worth watching.

The Tech Junkies

Only three episodes so far, but these two guy are doing great and funny things with electronics (such as testing what happens when you plug a speaker into the power outlet). They also have covered lock picking, and I especially enjoyed seeing a bump key in action, as so far I only read about that technique.

Player 1 vs. Player 2

A two-guy talk show about computer games. Slightly oriented towards old and console games, but still interesting for most gamers, I’d say. They have not released a new episode for almost a year now, I hope that they will start sending again some day.

Podcastparade

Digital World

Hier in Ghana habe ich keinen Fernseher (und selbst wenn ich einen hätte – vom Fernsehn halte ich schon lange nichts mehr). Daher bin ich, was die Versorgung mit audiovisuellem Material angeht, auf Videocasts umgestiegen, also auf mehr oder weniger regelmäßig erscheinende und herunterladbare Videoclips. Das ganze geht mit dem Democracy Player (für Linux, MacOS und Windows) auch recht komfortabel. Hier nun ein Auszug aus meiner Programmauswahl. Die englischsprachigen Videocasts werden gesondert gelistet.

Tagesschau

Als ersten habe ich des Deutschen liebste Fernsehviertelstunde, die es, mit etwas Verspätung, täglich auch online zu sehen gibt. Daher habe ich es mir zum Ritual gemacht, stets die frische Tagesschau zum Abendessen laufen zu lassen. So bekomme ich trotz aller Entfernung wenigstens einen Überblick über das tagesaktuelle Geschehen in Deutschland und der Welt

Quarks & Co

Die Wissenssendung des WDR ist zwar populärwissenschaftlich, aber trozdem nicht zu flach. Die Themen sind interessant, die Versuche, wenn auch meist mit viel Krach und Kabumm, scheinen sinnvoll und der Moderator probiert (fast) alles selbst aus. Die Sendung erscheint alle zwei Wochen.

Elektrischer Reporter

Die Sendung, in der es um die Entwicklungen in der Digitalen Welt, vor allem die soziologisch interessanten, geht es in dieser vom Handelsblatt gesponsorten Sendung. Auf eine bisher stets gelungen-humorvolle Einleitung folgt meist ein Interview zur Thema, und zuletzt die Rubrik „Was ist eigentlich Web 2.0…“ Inhaltlich durchaus seriös und professionell gemacht, ist dieser Videopcast ein Musterbeispiel für das neue Medium.

Ein guter deutschsprachiger Videocast mit technik-näheren Themen ist mir noch nicht untergekommen. Openscreencast ist zwar nett gemacht und vielleicht für Linux-Einsteiger interessant, aber mir ist die Sendung zu langsam.

Monday, January 9. 2006

Sneak: Populärmusik från Vittula

Filmkritik

Heute hab ich mich zum zweiten mal in eine Sneak gewagt (wieder in die Karlsruher Schauburg), und wieder gab es einen Film aus Skandinavien, dieses mal ein Schwedischer.

"Populäre Musik aus Vittula" handelt von der Kindheit und Jugend zweier Jungen im letzten Eck von Schweden, wo man selbst nicht so richtig weiß ob man noch dazugehört. Obwohl der Film einige ernste Themen anspricht - Familiäre Gewalt, Ausgrenzung von Homosexuellen, Träume von der großen Welt - ist der Film doch sehr unterhaltsam, hat seine ernsten wie auch seine lustigen Szenen und ist auch was sonst das Kino ausmacht ganz gut gelungen. Man muss dazu sagen, dass der Film eine Literaturverfilmung ist, was sich meiner Erfahrung nach meist positiv auf das Endprodukt auswirkt.

Durch die Gegend, in der der Film spielt, bin ich bei meiner Skandinavienreise fast durchgefahren, zumindest reden die Jugendlichen davon, in Luleå aufzutreten, ein kleines Städtchen am nördlichen Ende des finnischen Meerbusen in dem ich eine Nacht verbrachte.

Der Film kommt in Deutschland offiziell in einer Woche in die Kinos, und ich kann ihn durchaus empfehlen.

Thursday, December 29. 2005

Tad Williams' Otherland - Part II

Buchkritik

Just before Christmas, I finished reading the second volume of Tad Williams' "Otherland" quadrilogy, "The river of blue fire". Most of what I said about the first part still holds, especially what I said about the similarty to "games" like Second World, and how Williams forsees where stuff like Telepresence leads us.

By now, some of the story lines have crossed or merged, others are still independant and a few new ones have begun. The largest part of this volume consists of helplessly stumbling through virtual worlds. By doing so, Williams has all freedoms to create strange and interesting settings. At quite a few spots I thought: Wow, that would make a great movie szene. I hope some visually gifted will someday make a (or better: a few) Otherland movies.

A few of these worlds are perverted versions of famous literature, notably H.G. Well's "War of the Worlds" and "The wizard of Oz". Oddly, I have only heard of these stories before, but just about the time I read about them in Otherland, they somehow re-appeared somewhere around me: The recent "War of the Worlds" movie (which I actually haven't seen) and the old "Wizard of Oz" movie being shown at a small local theater in Karlsruhe.

I'm looking forward to reading the next volume, but I have to wait for my brother to finish it, so I'll probably squeeze another book in between.

Sunday, November 20. 2005

Harry Potter and the Goblet of Fire

Filmkritik

Nachdem ich alle vorherigen Harry-Potter-Filme gesehen habe und auch die Bücher bis Band 6 kenne, wollte ich diesen Film dann doch nicht verpassen, und so sah ich ihn mir gestern abend in der Schauburg an. Ich will mich kurz halten: Er hat nicht überzeugt. Man wird duch die Geschichte gehetzt (was nicht verwundert, das Buch war ziemlich dick), vieles wird nur kurz angerissen. Die Optik ist inzwischen nicht mehr besonders: Eine Schlange durch eine Miniaturlandschaft kriechen zu lassen und dabei zu Filmen wäre sicherlich eindrucksvoller gewesen, als alles im Rechner laufen zu lassen.

Fazit: Fans der Reihe werden es sich wohl nicht entgehen lassen wollen, für den ganzen Rest lohnt es sich nicht wirklich. Im Fernsehn dann, ja...

Monday, October 24. 2005

Sneak: Terkel i Knibe

Filmkritik

Heute stattete ich der Sneak-Preview der Schauburg einen Besuch ab. Gezeigt wurde der Film "Terkel i Knibe" aus Dänemark, in deutscher Synchronisation. Da wohl die wenigsten von dem Film gehört haben (und das wohl auch so bleiben wird), dazu etwas ausführlicher.

Terkel i Knibe ist ein Animationsfilm, der in etwa wie eine 3D-gerenderte Version von Southpark anmutet. Erzählt wird die Geschichte des 9-jährigen Terkel und seinen Problemen in der Schule, vor allem mit Mobbing. Um dem Mobbing zu entkommen, beginnt er selbst zu Mobben, was eine in ihn verliebte Mitschülerin in einen äußerst spritzigen Selbstmord treibt und seine Freundschaft zu Jason gefährdet. Das Ganze spitzt sich dann auf dem Zeltlager, von einem furchtbar beliebten Öko-Lehrer organisiert, dramatisch zu...

Einiges hat mich gestört. So waren mir die animierten Gesichter zu steif und die Mäuler zu breit, so dass viel Mimik verloren ging, und die Muskeinlagen hätte man sich sparen können - obwohl sie immerhin eher im Stile von "Charlie und die Schokoladenfabrik" als dem grausamen der Disney-Kinderfilme gehalten sind. Ich mag halt kein Rap, und das war es meist.

Die meisten Meinungen im Foyer des Kinos schienen in Richtung "Rausgeschmissenes Geld" zu gehen. Ich selbst fand den Film eigentlich recht gelungen: Er stellt die Wirkung von Mobbing auf Kinder zwar übertriebern, aber doch glaubwürdig da. Auch die dänische Skrupellosigkeit, wie man sie aus "In China essen sie Hunde" kennet, was Gewalt und Sprache angeht, passte gut ins Bild. Da lernt man sogar nach 13 Jahren deutschem Schulalltag noch neue Beleidungen, und bisweilen machte die graphische Darstellung den "Happy Tree Friends" konkurrenz. Überhaupt war der Film bisweilen so bizzar, dass kein lästiger moralischer Unterton aufkommt, ohne jedoch die Aussage zu verraten.

Fazit: Wer die Gelegenheit einmal haben sollte: Warum nicht, macht euch ein Bild. Zum Lachen werdet ihr kommen! Nur allen wird es sicherlich nicht gefallen.

Saturday, October 15. 2005

Wallace und Gromit auf der Jagd nach dem Riesenkaninchen

Filmkritik

Als bekennneder Fan von "Wallace and Gromit", dem erfinderischen Knetfigurenpaar, freute ich mich natürlich auf eine Geschichte in Kinofilmlänge. Und, gleich vorne weg, ich wurde nicht enttäuscht: Die Figuren sind knuddelig wie eh und je, die Szenen liebevoll gestaltet und bisweilen mit atemberaubender Action und die Geschichte - nunja - sie erfüllte ihren Zweck: Nämlich einen guten Grundzu geben um 94 Minuten mit toller Animation und sagenhaftem Witz zu füllen.

Meinem bescheidenen Zwechfell nach sind die Filme mit Wallace and Gromit in einer Linie nach Monty Python zu nennen. Weniger die Geschichte selbst als nette Späße am Rand, manchmal nur für Aufmerksame zu erkennen, und stets eine gute Portion Eulenspiegel machen so einen Film zu richtig guter Unterhaltung.

Vor dem Film lief ein Kurzfilm mit (wohl) den Charakteuren aus "Madagaskar". Auch der war - auf seine IceAge-Art - lustig, doch im Vergleich zu handgekneteten und animierten Kaninchen ist jede Computeranimation einfach nur schwach. Daher fordere ich: Mehr Knet (oder auch gerne Lego)!

Auch bei diesem Film gilt wohl: Lieber O-Ton. Nicht nur der Titel "Curse of the Were-Rabbit" klingt wesentlich besser als "auf der Jagd nach dem Riesenkaninchen" (was ja eigentlich genauso gut "und der Fluch des Werkarnickels" heißen könnte), auch kommen so sicher einige Wortwitze besser rüber und Wallace' Orginalstimme passt einfach zu ihm.

Fazit: Sehenswert. Sehr sehenswert.

Tuesday, October 11. 2005

Ken Follett: Das zweite Gedächtnis

Buchkritik

Zuletzt las ich Ken Folletts "Das zweite Gedächtnis", ein Agententhriller, der zur Zeit der ersten Weltraumraketen spielt, und auch diese zum Thema hat. Das Buch ist solide Handwerksarbeit: Nicht überragend, ohne Extravaganzen, aber etwas fesselnd und nicht langweilig.

Das beherreschende Thema Anfangs war der Gedächtnisverlust des Protagonisten und wie er damit zurecht kommt. Die Bourne Identitty lässt grüßen, welche meiner Meinung nach den Vorgang besser dargestellt. Später dagegen dreht es sich um die üblichen Agentenfragen: Wer für wen gegen wen und warum. Nett dabei ist dass alle Akteuere sich privat aus Studienzeiten kennen, was nicht ohne Konsequenzen bleibt.

Sehr gestört hat mich die Sprache des Buches. Ich las es auf Deutsch und vermute, dass die Übersetzung schlecht ist, aber durchweg wirkte der Sprachstil gezwungen und unecht. Wer die Möglichkeit hat solle das Buch lieber auf Englisch lesen, ich kann mir bei Follettts Erfolg nicht vorstellen dass sein Stil wirklich so wenig flüssig ist.

Auch beobachtete ich ein Muster, das man gut aus vielen anderen, vorwiegend Amerikanischen, Büchern und Filmen kennt: Bösewichte, deren Person genauer beschrieben werden, die nicht nur böse sind, mit denen sich der Leser vielleicht streckenweise identifiziert, die kommen nicht vor ein Gericht und werden schon garnicht verurteilt - das würde ja den Leser vor den Kopf stoßen - aber die entkommen auch nicht - wo bleibt denn da die notwendige Gerechtigkeit. Solche Figuren sterben entweder durch einen tragischen Unfall oder begehen Selbstmord. Interessant ist da auch, was mit wirklich bösen Figuren passiert: Auch die kommen nicht vor Gericht - anscheinend ist vielen Autoren die Amerikanische Juristerei zu lasch - sondern werden, falls der Held der Geschichte zu "gut" für einen Mord ist, auf ähnliche Weise mit dem Tode bestraft. Achtet beim nächsten Hollywoodschinken mal darauf!

Mein Fazit für "Das zweite Gedächtnis": Wenn man es eh schon hat, dann kann man es getrost lesen. Extra deswegen zum Buchhändler laufen? Eher nicht, da gibt es bessere Bücher.

Thursday, September 29. 2005

Tad Williams' "Otherland"

Buchkritik

I recently finished reading the first volume of Tad Williams' "Otherland" triology. I have mixed feelings about this book. First important thing to know when starting to read the book: It not only says "Volume One", it means "Volume One": The story is even more unfinished as the story of the ring after The Fellowship. Also, the reader needs quite some patience with the book as about the first half is not really exciting. I'm not saying it is not interesting, but it is not hard to stop in that half, so one might stop for good, missing the better half of the book.

The better half is the second one: By now, each of the half dozen seemingly independand stories have advanced far enough to be interesting for themselves, and the first slight connections become apparent. This separation in several tracks actually helped me through beginning: It is always a surprise what storie will be continued now, and for what story you have to wait. Also, only after some reading time the reader feels at home is the not-too-much, but still, different world. And of course, by now the conflict is fully visible, so that after some point, you just want to know what's going to happen.

The book was first published in 1996, when the Internet was just beginning to become mainstream. Nevertheless, Williams created a very convincing view of the world in a few decades. The ways in which the net is accessed in the futrure, from simple touchscreens over 3D goggle to neuron implants, are still the most probable way. There are sucessful experiments with a neuro prosthesis proving a 12x12 pixel black and white vision to blinds.

Also the way the net itself is described, a commercialized copy of the real world, with people paying a lot of realmoney for prestigous sims and strange buildings, but also with a non-commerial, distributed ran hackers' playground, is something that has already become real: Products like Second Life are fightening similar to Williams' vision: A world where people pay real world money for vitual estate, where they can do just about everything they could do offline: Finding friends, being creative, working, playing, showing off. I must admit, after having read the book, I would have tried Second Life myself, but as long as they don't provide a linux client. Although I still would prefer a free and distributed equivalent to Second Life. "Tree House" rather than "Inner District", for those who have read Otherland.

Tuesday, September 27. 2005

Don't come Knocking

Filmkritik

Gestern war ich mit Moritz in "Don't come knocking". Da er mir zuvor kam und schon selbst darüber gebloggt hat, werde ich mich kurz fassen: Ich gebe dem Film keine vier Sterne. Zugegeben, der Film war nicht uninteressant, und wurde auch dem Thema "Mann sucht Nachkommen" besser gerecht als "Broken Flowers", aber überzeugen konnte er mich nicht. Manche Charaktere, wie der überkorrekte und stereotypische Versicherungsagent, wirkten fehlplaziert und bisweilen schien mir die Story etwas unstimmig. So etwas mag bisweilen als Stilmittel durchgehen und den Zuschauer zum Nachdenken animieren, aber immer öfter habe ich, wie auch hier, das Gefühl, dass sich der Autor die Sache zu einfach macht und sich selbst nichts mehr denkt.

Ich will nicht so weit gehen und von dem Film abraten: Wer mal etwas Abwechslung von Aktionstreifen, Gefühlsschinken und fachen Komödien braucht, dem mag der Film vielleicht zusagen. Mir nicht.

Solltet ihr ihn sehen, achtet bitte auf das Buch mit den Bildern, dass der Agent in der Wüste hält, ob es dem Einband nach das gleiche ist, das Howard bei seiner Mutter fand. Wenn nicht habe ich mich verguckt. Wenn ja, bleibt der Film dem Zuschauer hier meiner Meinung nach eine Erklärung schuldig.

Sunday, September 11. 2005

Broken Flowers

Filmkritik

Diesen Abend ging es in die Komödie "Broken Flowers" mit Bill Murray. Der Film begint recht vielversprechend, man hat einige Lacher und die die Freundschaft des Protagonisten mit seinem Nachbarn fand ich sehr interessant. Später im Film jedoch wird es eher melancholisch. Man meint, es soll eine tiefgründige Aussage gemacht werden, doch falls das so ist, kam sie bei mir nicht an. Besondere chineastische Effekte hat der Film nicht, braucht er auch nicht. Gewalt wird nicht wie man es sonst gewöhnt ist, dargestellt und auch der Quotenbringer Sex ist kaum präsent - sieht man von einer eher komischen Szene ab, in der ein Mädchen namens Lolita ungezwungen unbekleidet den fremden Gast begrüßt, seine Anspielungen auf ihren Namen aber nicht versteht.

Selbst wenn ich etwas vom Ende vorwegen nehmen wollte; ich könnte es nicht. Wer solche Filme nicht leiden kann, der meidet Broken Flowers lieber. Den anderen kann ich den Film auch nicht uneingeschränkt empfehlen. Wem "Lost in Translation" gefallen hat, der darf sich in diesen Film wohl wagen, wer jedoch vom Kino mehr erwartet, als eine Geschichte ohne Ende erzählt zu bekommen, sollte vielleicht auf den Fernsehstart warten.

Tuesday, August 30. 2005

Der verbotene Schlüssel

Filmkritik

Eigentlich stand ja ein anderer Film auf dem Plan - Mr. und Mrs. Smith - aber wegen einer Verkettung von unglücklichen Umständen und der drausfolgenden Verspätung landeten wir in "Der verbotene Schlüssel". Vom Genre her ist der Film wohl ein Horror und damit etwas, mit dem ich mich nicht besonders gut auskenne. Daher kann ich nur sagen, dass mir der Film gut gefallen hat: Die Szenerie ist hinreichend schaurich, keine störenden offensichtlichen Digitaleffekte, glaubwürdige Schauspielerleistung. Es gibt zwar die obligatorischen "Ich dreh mich um und - huch - da ist was"-Szenen, aber zum Glück hält sich auch das in Maßen. Die Geschichte an sich ist gut, könnte fast eine Romanverfilmung sein, gibt es doch einige überraschende aber nachvollziehbare Wendungen.

Fazit: Aus dem Blickwinkel eines Kinobesuchers, dem Horrorfilme nicht das täglich Brot sind: Sehenswert, dem Eindruck wegen am besten im Kino.

Saturday, August 13. 2005

Die Insel

Filmkritik

Diese Woche gab es eine kleine Kinoganghäufung: Gleich zweimal nacheinander. Heute eben "Die Insel" im Kino Bären in Böblingen. Vorne weg: Der Film ist gut. Das Genre ist wohl Science Fiction/Action, wobei der Schrägstrich durchaus trennend zu sehen ist, der Film ist auch recht deutlich in SciFi und Action geteilt. Das Fi in SciFi hält sich in Grenzen, Autos fahren weiterhin mit Gummirädern auf bekannt dreckigen Straßen. Troz aller Zukunftsvision ist die Welt angenehm glaubwürdig dargestellt. Die Actionszenen waren solide Arbeit, und die dytopische Welt der Klone kann, was Schlüssigkeit und Inszenierung angeht, durchaus mit Visionen wie denen aus Matrix oder Minority Report mithalten.

Warum ich gerade die beiden Filme nenne? Weil aus denen wurde doch recht deutlich geklaut. Aus Minority Report "nur" die Wisch-und-Weg-Bedienung der Computer - also vertretbar - aber bei kleinen Blasen aus Wasser in denen erwachsene Menschen wie Föten in langen Reihen gehalten werden fragt man sich doch, ob die nicht eine Matrixszene genommen und anderes eingefärbt hätten. Ein bisschen mehr eigene Ideen hätten mir hier besser gefallen. Und nicht ganz so offensichtlich muss man ja auch nicht unbedingt das Product Placement machen - Apple, MSN Search, Chevy und viele andere Firmen lassen ihr Logo geradezu aufdringlich bildfüllend im Film platzieren. Etwas dezenter bitte.

Fazit: Solide, sehenswerte Action eingepackt in eine gut präsentiere, beunruhigend naheliegend und moralisch noch nicht ganz aufbereitete Welt der menschlichen Ersatzteillager.

Auch wenn es nicht direkt am Film liegt: Doch etwas störend fand ich die absichtlich eingebauten Tonfehler, mit denen bei Raubkopien das "schuldige" Kino festgestellt werden soll. Ich habe schließlich ehrlich für den Film bezahlt und will ihn voll und ganz genießen können! Hier sollen sich die Verleiher überlegen, von wem sie immernoch das Geld bekommen. (Ok, heute hab ich nicht gezahlt, sondern bekam eine Freikarte. Aber ihr wisst was ich meine...)

Charlie und die Schokoladenfabrik

Filmkritik

Gestern habe ich mir in Tübingen den Film "Charlie und die Schokoladenfabrik" angesehen. Die Namen ließen Gutes erwarten: Regisseur Tim Burton (Edward mit den Scheerenhänden, A Nightmare before Christmas), Johnny Depp in der Hauptrolle und eine Gechichte von Roald Dahl. Das Buch hatte ich als Kind einmal gelesen, und damal hat mir die Geschichte gefallen.

Enttäuscht wurde ich vom Film nicht: Die Geschichte wurde angemessen übertragen, die Schauspieler zeigten eine solide, wenn auch nicht überragende, Leistung und die Musikszenen beschränkten sich auf das nötigste - vor allem da diese anscheinend im Buch so samt Text vorgegeben waren. Die Charakter der Figuren waren bewusst überzeichnet, ebenso wie die ganze Kulisse - auch dies wohl im Sinne Dahls. Schön anzusehen war der Film allemal, dank dem phantastischen Fabrikinneren. Allerdings habe ich langsam genug von imposanten Computergraphiken - diesen Film sähe ich gerne als Knetanimation, im Stile von "Wallace and Grommit". Warum eigentlich keine Tricktechnik, die die echten Schauspieler in eine Knetwelt setzt?

Auch interessant war der Altersdurchschnitt unter den Kinobesuchern: Wir drei Studenten haben den noch gedrückt! Wohl viele, die in ihrer Kindheit das Buch gelesen hatten...

Fazit: Sehenswert, wenn man Lust auf bissige Seitenhiebe vor schöner Kulisse hat. Aber auch hier gilt: Wohl besser in der Orginalversion zu genießen, ich vermute dass in der Übersetzung einiges Verloren gegangen ist.

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